Solidarität mit Klaus Lederer

Es ist an der Zeit sich zu positionieren. Am 13.November diesen Jahres schrieb der Kultursenator Berlins Klaus Lederer auf seiner Facebookseite folgenden Hinweis:

„Wie ich heute erfahren habe, soll im Dezember im Kino Babylon die Verleihung eines Preises für „engagierte Literatur und Publizistik“ an Ken Jebsen stattfinden. Der Preisträger und mehrere an dieser Veranstaltung Beteiligte sind in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten. So die Band „Die Bandbreite“, die mit ihren vor Rechtsesoterik triefenden Texten bis tief in rechtsradikale Milieus wirkt, dort auch aufgetreten ist und sich des Beifalls von NPD bis Jürgen Elsässer versichern konnte.
Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet. Vom Geschäftsführer des Kinos Babylon würde ich mir angesichts dessen die Courage wünschen, zu sagen: Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung.“

Bereits zu diesem Zeitpunkt konnte ich mich vollends hinter diese Aussage stellen. Was danach passierte offenbarte auch für mich Abgründe, die ich vorher zwar kannte, jedoch nicht in dieser Deutlichkeit erwartet hätte. Christiane Reymann (Ex-DKP) Wolfgang Gehrcke (Ex-MdB aus Hessen), Dieter Dehm (MdB) und andere Querfrontler*innen und Verschwörungstheoretiker*innen veröffentlichten kurz darauf einen Aufruf gegen Zensur durch den Berliner Kultursenator. Dieser Zug ist an perfidem Unvermögen kaum zu übertreffen. In dem Aufruf heißt es gar:

„DIE LINKE orientiert sich in ihrem Programm und ihrer Praxis so gut sie kann am freiheitlichen und kritischen Geist Rosa Luxemburgs. Der wird heute nicht zuletzt angegriffen von denjenigen, die allzu leichtfertig, dafür umso verbissener und leider auch raumgreifender kritische Geister als Verschwörungstheoretiker, Antiamerikaner, Antisemiten, Querfrontler diffamieren.“ [sic!]

Aber was wollen uns die Autor*innen damit sagen? Ken Jebsen, alias KenFM, sei ein kritischer Geist? Gar in der Denklinie Rosa Luxemburgs?

Das ist mitnichten der Fall. Ken Jebsen ist Verschwörungstheoretiker, Querfrontler und tätigt immer wieder antisemitische, antiamerikanistische und andere Menschenfeindliche Aussagen. Er fiel in der Vergangenheit des Öfteren auf, durch seine Verbindungen bis tief hinein in die Rechte Szene.

Bei den Montagsmahnwachen und anderen Querfront Veranstaltungen tauche Jebsen ebenso auf, wie Reymann, Gehrcke und Dehm. Solchen menschenfeindlichen Bestrebungen den öffentlichen Raum zu verwehren ist Aufgabe emanzipatorischer Politik. Der Kampf gegen Antisemitismus, Antiamerikanismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe der Gesellschaft und ich bin dankbar dafür, dass mit Klaus Lederer in Berlin ein Kultursenator sitzt, der offensichtlich in der Lage ist dieser Verantwortung gerecht zu werden.

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